Ärztetag soll über telemedizinische Erstdiagnose entscheiden

Berlin – Das Fernbehandlungsverbot beim Erstkontakt zwischen Arzt und Patient könnte fallen. Eine Expertengruppe der Bundesärztekammer (BÄK) aus Ärzten und Juristen hat sich nach Angaben von BÄK-Vorstandsmitglied Franz Bartmann dafür ausgesprochen, Diagnosen über den Bildschirm oder per Telefon künftig zumindest in Ausnahmefällen zu erlauben. Beim nächsten Deutschen Ärztetag im Mai 2018 in Erfurt wollen Ärztevertreter darüber beraten und voraussichtlich auch entscheiden.

Quelle und weiter: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/87083/Aerztetag-soll-ueber-telemedizinische-Erstdiagnose-entscheiden

S. dazu a.: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/beim-naechsten-bundesaerztetag-aerztevertreter-wollen-offiziell-ueber-videobehandlungen-entscheiden-15345862

Gesundheitsministerium will Fernbehandlungsverbot „genau ansehen“

Beim geplanten zweiten E-Health-Gesetz könne das Verbot der Tele-Behandlung „auf den Prüfstand“ kommen, kündigt Staatssekretär Lutz Stroppe an. Und fordert die Selbstverwaltung auf, Digitalisierung „proaktiv“ voranzubringen.

Quelle und weiter: https://www.aend.de/article/183323, 21.12.17

Online aus der Depression

Eine Psychotherapie komplett im Online-Modus: Ein neues Programm bietet bei Depressionen und Essstörungen Behandlungen per Videochat. Helfen solche Angebote wirklich?

PRIEN AM CHIEMSEE. Online-Therapien boomen seit Jahren. Jetzt ist die private Schön-Klinik-Gruppe mit ihrem Angebot "MindDoc" an den Start gegangen - einer "vollwertigen ambulanten Therapie", die nicht nur ergänzend eingesetzt werde, wie die Klinikgruppe wirbt.

Quelle und weiter: www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/article/950809/therapie-per-videochat-online-depression.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2017-12-14.Depressionen.,13.12.17

Entscheidung des Bundesschiedsamts: Vermittlung von Terminen durch die Terminservicestellen

Wir berichten über die jüngste Entscheidung des Bundesschiedsamts. Künftig sollen Termine für probatorische Sitzungen durch die Terminservicestellen vermittelt werden. Die Krankenkassen pochen letztlich darauf, dass Termine auch für die Richtlinientherapien durch die Terminservicestellen vermittelt werden. Die KBV erwägt Klage gegen diese Entscheidung.

Das Bundesschiedsamt hat zu Gunsten der Krankenkassen und gegen die Stimmen der KBV entschieden, dass die Terminservicestellen künftig auch probatorische Sitzungen und somit Richtlinienpsychotherapie vermitteln sollen, so dass freie Termine dazu an die TSS zu melden sind. Patienten, die Sprechstundentermine bei einem Psychotherapeuten hatten und einen Dringlichkeitsvermerk zur Behandlung erhalten haben, sollen einen zeitnahen Folgetermin in Gestalt einer probatorischen Sitzung bei einem Psychotherapeuten bekommen, auch wenn der erstbehandelnde Psychotherapeut selbst keine Kapazitäten frei hat. Diese Regelung soll ab 1.4.2018 in Kraft treten.

Ablehnung der Schiedsamtsentscheidung durch die KBV-Vertreterversammlung

In der KBV-Vertreterversammlung vom 7. und 8.12.2017 haben die VV-Vertreter der Psychotherapeuten einen vom beratenden Fachausschuss Psychotherapie der KBV unterstützten Antrag eingebracht, die Entscheidung des Bundesschiedsamts abzulehnen und die von der KBV erwogene Klage gegen die Schiedsamtsentscheidung zu unterstützen. Es kann nach unserer Auffassung nicht angehen, dass das gesamte Leistungsspektrum einer Berufsgruppe über die TSS künftig vermittelt werden soll.

Mit Unterstützung durch den beratenden Fachausschuss Psychotherapie der KBV wird die KBV Klage gegen die Schiedsamtsentscheidung einreichen. Um eine aufschiebende Wirkung der Schiedsamtsentscheidung zu erreichen, muss dem eigentlichen Klageantrag vorausgehend ein Dringlichkeitsantrag an das zuständige Sozialgericht gerichtet werden. Es muss ein „Allrechtsschutz“ erwirkt werden, der vom Gericht ausgesprochen werden muss. Mit diesem Instrument wird verhindert, dass die Schiedsamtsentscheidung am 1.4.18 in Kraft treten kann. Die KBV befürchtet negative Auswirkungen auch auf andere Facharztgruppen, deren Versorgungsangebote von der TSS zunehmend vermittelt werden könnten, z.B. Termine zur Gastroskopie.

Kommentar:

Die „Dringlichkeit“ wirkt bei den Behandlungsangeboten der „Akutbehandlung“ unmittelbar einleuchtend und wirkt im Wortsinne mit Bezug auf eine etwaige Dringlichkeit der zeitnahen „probatorischen Sitzung“ mit ggfs. einzuleitender Richtlinientherapie zugleich sinnentleert. Oder anders ausgedrückt: Die Abstufungen zwischen Akutbehandlung und probatorische Sitzungen sind nicht mehr klar abzugrenzen, so dass das Angebot einer Akutbehandlung oder einer probatorischen Sitzung mit dem Kriterium der „Dringlichkeit“ etwas Ähnliches bedeutet, allerdings mit dem Unterschied, dass die probatorische Sitzung schlechter bezahlt wird als die Akutbehandlung.

Quelle: Tilo Silwedel, Rundbrief bvvp-Hessen, 19.12.17

Die Terminservicestelle der KV Brandenburg

Seit dem 25.01.2016 unterstützt die Terminservicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gesetzlich Krankenversicherte bei der Vermittlung eines Facharzttermins. Patienten mit einer gekennzeichneten Überweisung erhalten bei Bedarf innerhalb von vier Wochen auch ab 1. April 2017 beim Psychotherapeuten einen Termin. Patienten können demgemäß keine Wunschtermine bei ausgewählten Ärztinnen und Ärzten vereinbaren. Vermittelt werden Termine für ein Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung.
Voraussetzung für eine Terminvermittlung zur Akutbehandlung ist, dass ein Therapeut diese empfohlen hat. Probatorische Sitzungen sowie Kurz- und Langzeittherapien (Richtlinienpsychotherapie) sind von der Terminvermittlung in Brandenburg ausgenommen.

Quelle: https://www.kvbb.de/patienten/terminservicestelle/

Befragung: So denken Deutsche über Depression: Psychotherapie als wirksame Behandlung bekannt

Fast ein Viertel der Befragten gibt an, dass bei ihnen bereits einmal die Diagnose einer Depression gestellt worden ist. Über ein Drittel berichtet außerdem, dass bei einem Angehörigen oder Bekannten eine Depression diagnostiziert wurde. Das hat eine repräsentative Befragung zu Depressionen ergeben, die das Forschungszentrum Depression und die Stiftung Deutsche Depressionshilfe durchgeführt haben

Quelle und weiter: http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/befragung-s.html, 07.12.17

S. dazu a. : https://www.heise.de/tp/features/Was-sind-Ursachen-von-Depressionen-3907916.html

bvvp Pressemitteilung: Prüfbericht des IQWiG bestätigt Wirksamkeit
von Systemischer Psychotherapie –

bvvp hofft auf zügige sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Psychotherapie

Mit der Nutzenbewertung der Systemischen Therapie durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Neuland betreten. Bisher hatte er ohne zusätzliche wissenschaftliche Ex-pertise eine Verfahrensbewertung vorgenommen – so bei der Bewertung der Gesprächspsychotherapie, der eine sozialrechtliche Anerkennung verwehrt wurde. Dabei hatte sich der G-BA in Gegensatz zu einer wissenschaftlichen Expertenkommission der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) gesetzt, die hinreichende Belege für den Nutzen feststellen konnte.

Erfreulich an der nun vorliegenden Nutzenbewertung durch das IQWiG, das dem G-BA zuarbeitet, ist, dass es wie damals die Expertenkommission der BPtK den Nutzen nach 4 Abstufungen vornimmt: Nachweis, Hinweis, Anhaltspunkt und kein Anhaltspunkt. Eine vom G-BA angewandte inadäquate Dichotomie von Nutzennachweis oder kein Nutzen wurde dadurch vermieden.
Außerdem wurden erstmalig patientenrelevante Endpunkte, z.B. langfristige Störungsreduktion oder Heilung, Verbesserung der Lebensqualität oder geringere Morbidität zur Nutzenbewertung herangezogen.


„Das stellt einen neuen Schritt in der Verfahrensbewertung dar“, meint Ariadne Sartorius von Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten. „Bisher wurden Verfahren vom G-BA verkürzt fast ausschließlich nach Wirksamkeitsnachweisen bewertet, nicht aber nach dem Patientennutzen. Dieser ist bisher lediglich unterstellt oder abgesprochen worden.“
Diese neue Vorgehensweise des IQWiG fordert den G-BA nun heraus, die bisherige Bewertungspraxis neu zu überdenken und auszurichten. Damit dieses in fairer Weise im Vergleich zu den anerkannten Richtlinienverfahren vonstatten gehen kann, ist es von zentraler Bedeutung, dass beim neu zu bewertenden Verfahren nicht strengere Maßstäbe angelegt werden als bisher üblich.
Dies bezieht sich v.a. auch auf die patientenrelevanten Endpunkte, die in bisherigen Prüfverfahren eine untergeordnete Rolle gespielt hatten. Hier gilt für alle Verfahren, dass Nutzennachweise anhand von patientenrelevanten Endpunkten bisher viel zu wenig beforscht wurden und eine Schadensforschung praktisch nicht existiert. So ist die Feststellung des IQWiG, dass keine verwertbaren Daten zum Endpunkt unerwünschte Ereignisse vorliegen, sodass eine Gesamtabwägung zum Nutzen und Schaden nicht möglich ist, absolut kein Spezifikum der Systemischen Therapie – sondern ein Hinweis auf die allgemeine Evidenzlage.

Ariadne Sartorius, bvvp, stellt dazu fest: „Dieses generelle Forschungsdefizit ist überhaupt nicht zufällig: Für die Beforschung der Psychotherapie gibt es – im Gegensatz zur Beforschung von Medikamenten - keine finanzstarken Pharmafirmen, die mit den Studien ihre Produkte diese in die Versorgung einführen bzw. dort vermarkten wollen.“
Die Untersuchung des IQWiG zeigt auf, dass die Systemische Therapie in einem breiten Anwendungsfeld Hinweise und Anhaltspunkte für einen Nutzen aufweisen kann: Bei Angststörungen und Zwangsstörungen, depressiven Störungen, Essstörungen, gemischten Störungen, körperlichen Erkrankungen, psychotischen Störungen und Substanzkonsumstörungen.
Für die Anerkennung als Richtlinienverfahren ist gerade die Anwendungsbreite ein entscheidendes Kriterium, damit das breite Spektrum der Psychotherapie nachsuchenden Patienten auch vom Psychotherapeuten behandelt werden kann.

Die Datenlage zeigt zusammengefasst einen vergleichbaren Nutzen mit anderen Richtlinienverfahren. Gerade angesichts der hohen individuellen Besonderheiten psychischer Störungen, selbst bei gleicher Störungsdiagnosen bedarf der derzeitige status quo der Richtlinienverfahren dringend einer Ergänzung: Nicht jedes Verfahren ist für jeden Patienten geeignet. Während auf Seiten der medikamentösen Therapie man auf eine Vielzahl unterschiedlicher Psychopharmaka mit verschiedenen Wirkansätzen zurückgreifen kann und damit eine breite Differenzialindikation möglich ist, droht ausgerechnet bei der Psychotherapie eine zunehmende Verarmung der Verfahren, wenn nicht endlich die vier wissenschaftlichen psychotherapeutischen Grundausrichtungen, neben den klassischen Verfahren Verhaltenstherapie und psychodynamische Verfahren auch die Systemische Therapie und die Humanistische Psychotherapie, in der Patientenversorgung ihren Platz haben können.
In Deutschland müssen die sogenannten Neuen Verfahren einen viele Jahre dauernden Hürdenlauf nehmen, zuerst Wirksamkeit und Nutzen beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie, bestehend aus sechs Ärztlichen und sechs Psychologischen bzw. KJP-Wissenschaftlern, nachweisen und dann noch einmal ein jahrelang sich hinziehendes, quasi verdoppeltes Verfahren zum Wirksamkeits- und Nutzennachweis beim G-BA durchlaufen. Was beim Dieselskandal ein zu wenig an Kontrolle ist, ist hier ein Zuviel an Überprüfung. „Wir sehen da auch den Gesetzgeber in der Pflicht, im Patienteninteresse hier Hindernisse der Zulassung von Verfahrensvielfalt im Rahmen der Reform der Psychotherapeutenausbildung zu beseitigen“, meint Martin Klett, stellvertretender Vorsitzender des bvvp-Vorstandes.
Vorerst kommt es allerdings auf den G-BA an, dass er in einem fairen Verfahren die Systemische Therapie zur Behandlung von Kassenpatienten zulässt.

Stellungnahme des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) zum Arbeitsentwurf des BMG für die Novellierung der Psychotherapeutenausbildung

Das geplante Gesetz schließt an das ursprüngliche Psychotherapeutengesetz aus dem Jahre 1998 an und soll die damaligen Regelungen durch ein eigenständiges Psychotherapiestudium mit anschließender Weiterbildung refor-mieren. Der bvvp begrüßt, dass im BMG und bei den politischen Parteien die Bereitschaft vorhanden ist, sich dieses Reformvorhabens anzunehmen, nachdem in einem langen und schwierigen demokratischen Abstimmungs-prozess der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in der Bundespsychotherapeutenkammer und auf dem Deutschen Psychotherapeutentag die grundlegenden Forde-rungen nach einem solchen Gesetz und dessen Eckpunkte definiert wurden. Ausgangspunkte für die Forderung waren insbesondere die fehlende Finanzierung und der unklare rechtliche Status in der sogenannten Praktischen Tätigkeit sowie die unklaren Zugänge zur Ausbildung. Der bvvp begrüßt, dass mit der Reform die Basis dafür gelegt wird, dass die neuen Regelungen für Aus- und Weiterbildung dazu führen, dass die Psychotherapeuten in ihrer Ausbildung klare rechtliche und finanzielle Bedingungen vorfinden werden. Erfreulich ist außerdem, dass der Zugang über die bisherigen Universitäten und ihnen gleichgestellte Hochschulen erhalten bleibt und alle wissenschaftlich anerkannten Verfahren dort gelehrt und beforscht werden sollen. Leider nennt das BMG an der Stelle nicht explizit die vier Grundorientierungen der Psychotherapie (psychodynamisch, systemisch, humanistisch und verhaltenstherapeutisch) wie im Beschluss des 25. Deutschen Psychotherapeutentages gefordert wurde. Der bvvp hegt außerdem große Bedenken, ob die Dauer des Studiums mit 10 Semestern ausreichend sein wird um Psychotherapeuten qualifiziert auszubilden.

In ihren Kammern können sich die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendli-chenpsychotherapeuten nach der Reform die Möglichkeit eröffnen, die Regularien der Weiterbildung mit ihrer eigenen beruflichen Kompetenz zu organisieren.

Der bvvp vertritt Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und ärztliche Psychotherapeuten. Die geplante Reform stellt eine nicht zu unterschätzende Umordnung der psychotherapeuti-schen Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten dar. Die Zusammenlegung der Berufsgruppen der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten zu einem einheitlichen Beruf mit nur einer Approbation bedeutet die Notwendigkeit, in kluger Abwägung die Vorteile gewachsener beruflicher Identität und Ausbildungsschwerpunkte ins Verhältnis zu setzen zu den Notwendigkeiten begrenzter Ausbildungsmöglichkeiten in einem Studium.

In ähnlich kluger Weise müssen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Ausbildung und Kompetenz zwischen ärztlichen Psychotherapeuten (gemeint sind: Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fach-ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Kinder-und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Ärzte mit der Zusatzqualifikation Psychotherapie und / oder Psychoanalyse) und den Angehörigen der nach der Reform aus- und weitergebildeten Psychotherapeuten diskutiert und austariert werden. Es ist die feste Überzeugung des bvvp, dass dies nur im gegenseitigen Respekt und unter Anerkennung gewachsener Strukturen und Unterschiede gelingen kann. In diesem Zusammenhang begrüßt der bvvp die Beibehaltung des wissenschaftlichen Beirats, der die Kooperation der Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer institutionell sichert.

Der bvvp fordert den Gesetzgeber auf, bei der schwierigen Namensgebung, die sich schon darin äußert, dass im Entwurf noch keine Festlegung erfolgte, im Dialog mit allen Beteiligten zu einer Lösung zu kommen, die möglichst hohe Transparenz für die Patienten darüber darstellt, welche Kompetenzen sie bei dem Psychotherapeuten vor-finden, den sie aufsuchen. In diesem Zusammenhang steht der bvvp der im Entwurf vorgeschlagenen Einführung von Modellstudiengängen, die Psychotherapeuten ohne Medizinstudium die Kompetenzen zur Verordnung von Medikamenten vermitteln sollen, sehr skeptisch gegenüber. Für diesen Vorstoß des BMG gibt es keinen entspre-chenden Beschluss des Deutschen Psychotherapeutentages. Der bvvp fordert daher, diesen Passus zu streichen und zunächst eine ausführliche grundsätzliche Diskussion in der Profession dazu zu führen.

Der Vorstand des bvvp weist darauf hin, dass es zur Kernkompetenz der Psychotherapeuten aller Grundberufe gehört, Krankheiten mit psychischen Mitteln zu behandeln.

Die Novellierung wird es nicht zum Nulltarif geben. Der bvvp betont die Notwendigkeit tragfähiger Finanzierungs-konzepte für die Aus- und insbesondere für die Weiterbildung, um die hohe Qualität in der Versorgung von psy-chisch erkrankten Menschen aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Berlin, den 02.08.17

Anfragen und Interviewwünsche bitte an: Dr. F. R. Deister, Felix-Dahn-Str. 25, 60431 Frankfurt,Tel. +4969521617 u. +491716519035

Strafrechtliche Verschwiegenheitspflicht neu geregelt

Die strafrechtliche Verschwiegenheitspflicht neu geregelt. Im Zuge der digitalen Entwicklung sind Zugriffe auf die Praxis-EDV von externen Dienstleistern, seien es PC-Experten vor Ort oder die Anbieter der Praxisverwaltungsprogramme mitunter erforderlich. Es müssen Praxis-PC-Systeme neu eingerichtet, erweitert, gewartet oder repariert werden können. Selbst leisten können das die wenigsten psychotherapeutisch tätigen Praxisinhaber.

Angesichts der Pflicht zur Verschwiegenheit gegenüber unseren Patienten stellt das die Praxen vor beträchtliche Herausforderungen. Lasse ich meinen PC unbeaufsichtigt im Zugriff des IT-Experten, kann er auf die Patienten-Datenbank zugreifen und muss es ggf. sogar, wenn er seine Tätigkeit gut ausführen will. Dies impliziert aber ein datenschutzrechtliches Problem, denn bisher waren in der Verschwiegenheitsverpflichtung nur das Team des Arztes oder Psychotherapeuten IN der Praxis rechtlich abgesichert. Das ist nun anders geregelt.

Der neu eingeführten § 203 Abs. 3 des Strafgesetzbuches besagt, dass sich Berufsgeheimnisträger wie Psychotherapeuten und Ärzte einem hohen strafrechtlichen wie berufsrechtlichen Risiko aussetzen, wenn sie sich nicht von ALLEN Patienten, die in der Datenbank der Praxis-EDV oder benutzten digitalen Medien gelistet sind, Einwilligungserklärungen zur Datenspeicherung und -verarbeitung unterzeichnen lassen. Dies betrifft nicht nur die aktuellen Patienten, sondern auch diejenigen, die aufgrund der 10jährigen Aufbewahrungspflicht noch in der Datenbank vermerkt sind.

Die neue Regelung legitimiert im Grund nur den Zugriff des praxisinternen Personals, also am Ort der Praxis, das an der dienstlichen Tätigkeit mitwirkt, nicht aber die externen Dienstleister, wie EDV Experten, die PCs installieren und warten, Abrechnungsgesellschaften oder externe Sekretärinnen.

Anzuraten ist es, wenn sich Praxisinhaber von allen Personen, die auf den Praxis-PC oder die Datenbank Zugriff haben, eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterzeichnen lassen. Die Anbieter der Praxis-EDV sollten hierzu ggf. vertraglich verpflichtet werden, eine Verschwiegenheitsverpflichtung abzugeben, wenn eine Wartung per Internet erfolgen soll.

Quelle: Helga Planz, Rundbrief bvvp-Hessen, 19.12.17

Wie die Krankenkassen über die Psychotherapie-Reform am liebsten die psychotherapeutische Versorgung kaputtsparen möchten: Der bvvp-Vorstand ruft zum Protest auf

Wie groß war und ist das Geschrei, dass die Psychotherapeuten sich nicht genug auslasten. Wenn sie es täten, gäbe es keine Wartezeiten. Und mit rechtswidrigen Zuschlagsregelungen, die de facto Abschlagsregelungen bei geringerer Auslastung als Maximal bedeuten, sollten sie zu vermehrter Auslastung gezwungen werden. Aber wenn ein Versorgungssitz tatsächlich mehr ausgelastet wird, z.B. indem man einen halben Vertragspsychotherapeutensitz abgibt, dann werden die Krankenkassen nervös und wollen dem am liebsten gleich wieder einen Riegel vorschieben. War wohl nicht so ernst gemeint mit dem Mehrauslasten und die Zuschlagsregelung nur so ein nettes Modell, an den Psychotherapeuten und deren ja nachgewiesenermaßen überbordenden Umsätzen und Vergütungen zu sparen.

Und dann jetzt der nächste Coup: Die Krankenkassen wollten immer schon, dass die Psychotherapeuten kürzer behandeln und besser für die Versicherten zugänglich werden. Diese Bestrebungen wurden auch vom Gesetzgeber aufgegriffen und eine Reform gesetzlich angestoßen mit Vorgaben für Sprechstunde, Akutbehandlung, Rezidivprophylaxe, um die wichtigsten Neuerungen für die Versorgung mal zu benennen. Und wofür sorgen die Krankenkassenvertreter? Dass diese Veränderungen, selbst die von ihnen selbst angestoßenen, möglichst nicht wirksam werden. Dass die Rezidivprophylaxe mal kurz in den Richtlinienkontingenten mit einer zusätzlichen Prise Bürokratie versenkt wurden, geschenkt! Es geht noch besser: Man nehme die Kurzzeittherapie, verbürokratisiere sie durch Zweiteilung, dann amputiere man die 25. Stunde, setze stattdessen eine billigere Zwangssprechstunde davor, verpflichte ansonsten zu weiteren Sprechstunden in Ersatz von anderen Behandlungsleistungen, führe eine Akutbehandlung ein, für die es auch weniger Honorar gibt, die dann aber bei Umwandlung mit voller Stundenzahl vom Richtlinienkontingent abzuziehen ist, und brumme zusätzlich vermehrte Telefonbereitschaft zum Nulltarif auf. Man muss nur über eine durchschnittliche Intelligenz verfügen, um zu wissen: So kann man den Gesetzesauftrag zur Reform torpedieren und dafür sorgen, dass außer weiteren ungerechtfertigten Honorareinbußen bei den Psychotherapeuten nur Verschlechterungen herauskommen: Sprechstunde, Akutbehandlung, Rezidivprophylaxe erfolgreich verhindert! Außerdem Frust und Reaktion bei den Psychotherapeuten, die neuen Leistungen so gut es geht zu vermeiden.

Und dann bieten die Krankenkassen im Spiel um die Macht für kollektivvertrag(z)ersetzende sog. Selektivverträge, besser Selektionsverträge genannt, im Südwesten den Psychotherapeuten großzügige Honorare ohne umständliche Hürden nur für die Bevorzugung ihres je eigenen Klientels an – so AOK, DAK und TK. Nette Lockspeisen zur Ausgliederung der Psychotherapie aus den KVen, um die Psychotherapeuten dann umso besser mit unterirdischen Stundenlöhnen à la GKV-Spitzenverband knebeln zu können. Wie lange kann dem ohne aufsichtsrechtliche und gesetzgeberische Maßnahmen noch zugeschaut werden?

Stellungnahme von Norbert Bowe, Mitglied des bvvp-Bundesvorstands 3.04.2017

Die neue Vergütungsregelung - Zeit, sich zu wehren

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat am 29.03.2017 eine Vergütungsregelung beschlossen, die eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Richtlinie und damit zumindest die Chance einer Versorgungsverbesserung massiv behindert. Wir möchten Sie bitten, unseren Protest zu unterstützen. Weiterführende Informationen erhalten Sie im Folgenden.

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bvvp-Info: Praktische Anmerkungen zu den Psychotherapie-Vereinbarungen

1. § 11, Abs. 4: Die Kurzzeittherapien

„Die Kurzzeittherapie 1 (KZT 1) ist spätestens nach 12 Therapieeinheiten und die Kurzzeittherapie 2 (KZT 2) ist spätestens nach weiteren 12 Therapieeinheiten abzuschließen. Die Einzelsitzung kann auch in Einheiten von 2 x 25 Minuten unter entsprechender Vermehrung der Gesamtsitzungszahl durchgeführt werden. Die Beantragung der KZT 1 erfolgt frühestens zu Beginn der probatorischen Sitzungen, die Beantragung der KZT 2 ist frühestens nach 7 durchgeführten Therapieeinheiten der KZT 1 möglich. Stellt sich während der Kurzzeittherapie heraus, dass eine Langzeittherapie durchgeführt werden muss, ist die Überführung der Kurzzeittherapie in eine Langzeittherapie spätestens mit der achten Therapieeinheit der KZT 2 zu beantragen...“Die jetzt auch offiziell grundsätzlich vorgesehene Möglichkeit der Teilbarkeit der Sitzungen (in 2 x 25 min) ist sinnvoll.
Die Beantragen der Umwandlung in LZT spätestens mit der 8. Sitzung von der sog. KZT2 entspricht der bisherigen Beantragungsterminierung zur 20. Sitzung.

Zur Einsichnahme in die praktischen Hinweise 2. bis 8. bitte einloggen. Achtung! Mitglieder können ihr Password jederzeit unter anfordern.

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Bitte um Teilnahme am diesjährigen Zi-Praxis-Panel (ZiPP)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Im Rahmen der achten Erhebungsrunde bekommen nun wieder 51.850 Praxen von Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten ein erstes Schreiben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit allen wichtigen Informationen und der Bitte um Teilnahme am diesjährigen Zi-Praxis-Panel (ZiPP).

Wir möchten Sie wie jedes Jahr um Ihre Teilnahme bitten!

Das ZiPP ist die einzige jährliche repräsentative Erhebung zur wirtschaftlichen Situation der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten insgesamt und stellt eine wichtige Datengrundlage für die Honorarverhandlungen von KBV und Krankenkassen sowie für die Weiterentwicklung des EBM dar. Diese sind gesetzlich verpflichtet, die Entwicklung der Betriebs- und Investitionskosten bei der jährlichen Anpassung des Orientierungswertes und damit der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.

In den vergangenen Jahren konnte das ZiPP stets auf Nachholbedarf bei der Vergütung verweisen.Erneut nutzt der Bewertungsausschuss ausgewählte ZiPP-Daten im Rahmen der Weiterentwicklung des EBM! Dafür haben das Zi und das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) einen Vertrag geschlossen.

Bei der aktuellen Befragung geht es um Daten aus dem Zeitraum 2013 bis 2016, zum Beispiel zu Aufwendungen und Erlösen der Praxis aus kassen- und privatärztlicher Tätigkeit. Auch Informationen zur Personalausstattung, zur Versorgungsstruktur sowie zur Arbeitszeit der Praxisinhaber und Praxismitarbeiter werden benötigt.

Die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten bekommen ab der 29. Kalenderwoche einen mehrseitigen Fragebogen, den sie bis Ende September ausfüllen sollen. Die Finanzangaben zur Praxis müssen vom Steuerberater testiert werden. Für den Aufwand bei Arzt und Steuerberater zahlt das Zi eine Aufwandspauschale von 200 Euro für Einzelpraxen und 350 Euro für Gemeinschaftspraxen.

Praxen, die online ihre Daten erfassen und übermitteln, erhalten kostenfrei einen persönlichen Finanzbericht mit Planungsoption. Die sogenannte Chefübersicht gibt dem Praxisinhaber einen Überblick zu den Praxisfinanzen und unterstützt ihn bei der Planung des kommenden Jahres.

Nach Abschluss der Datenauswertung erhalten alle Teilnehmer einen individuellen Praxisbericht mit Vergleichskennzahlen. Anhand der Kennzahlen können sie einschätzen, wo ihre Praxis im Vergleich zur Fachgruppe wirtschaftlich steht.

Bitte richten Sie beim Ausfüllen des Fragebogens Ihr Augenmerk ganz besonders auf die Fragen zur Arbeitszeit, damit diese hinreichend präzise abgeschätzt und berechnet werden.

Beim Jahresbericht 2015 fällt erneut auf, dass die Gesamtarbeitszeit der Psychotherapeuten mit 45 Stunden wieder relativ niedrig ist und dass die Relation zu den dort ermittelten 27 wöchentlichen Behandlungsstunden nicht den Praxisrealitäten entspricht: Die Zeit, die für Praxisorganisation und patientenbezogene Leistungen außerhalb der Therapiesitzungen benötigt wird, ist unserer Erfahrung nach deutlich höher, sodass sich eine andere Relation von Gesamtarbeitszeit zu reiner Behandlungszeit ergeben sollte.

Wenn man z.B. die Untersuchung von prime networks 2007 (Basisjahr 2005) zugrunde legt, wurden dort im Durchschnitt 52 Wochenstunden Arbeit mit und ohne Patienten angegeben.

Die Wochenarbeitszeit ist bei der Art der Praxisführung i.d.R. ohne jegliches Hilfspersonal insofern schwerer zu isolieren, als man als Praxisinhaber etliche Tätigkeiten für die Praxis nicht nur zusätzlich zu den Behandlungsstunden innerhalb der Praxisanwesenheitszeit, sondern auch zum Teil außerhalb der Praxisanwesenheit organisieren und durchführen muss.

Wir möchten Ihnen mit der folgenden Aufstellung einige Anhaltspunkte nennen, die dazu dienen sollen, Ihre Arbeitszeiten möglichst vollständig zu erfassen:

  • Telefondienst, freigehaltene Telefonzeiten
  • Eingabe der Leistungen in die Abrechnungssoftware, gesamte Abrechnung mit der KV, Eingabekontrollen, Statistiken der Praxisentwicklung etc.
  • Tippen von Rechnungen, Mahnungen, Arztbriefen,
  • Durchführung und Auswertung von Tests
  • Tippen der PT-Anträge und anderer Anträge, Eintüten, Archivierung
  • Beantwortung von Praxispost, Mails und Anrufe auf dem Anrufbeantworter
  • Pflege von KV-Ordner, Praxishandbuch, Führen des QS-Handbuches
  • Aufspielen von software-updates für Praxissoftware und der Software des Praxis PC, Abrechnung/Schreibprogramm
  • Pflege der Patientenakten/Archivierung aller Praxis-Vorgänge
  • Einkauf z.B. von Büro- u. Praxismaterial, Blumenschmuck, Reinigungsmitteln
  • Ggf. auch vom Praxisinhaber durchgeführte Reinigungs- und kleinere Reparatur- und Renovierungsarbeiten
  • Sichten der Post und Fachliteratur,
  • Führen der Barkasse, des Bankverkehrs, der Buchhaltung
  • Supervisions-, Intervisions-, Fortbildungstermine vor Ort (ausgenommen Fortbildungstage mit Schließen der Praxis, die extra erfasst werden) mit Fahrzeiten
  • Termine und Telefongespräche mit dem Steuerberater
  • Berufspolitische Termine und –kontakte, KV-Veranstaltungen

Soweit Sie Ihre Praxis allein führen - und das trifft auf den ganz überwiegenden Anteil der Psychotherapeuten zu - müssen Sie jeden Handgriff als Praxisinhaber selbst machen.

Um zu einer realistischen Abschätzung zu kommen, addieren Sie zu Ihrer gesamten regelmäßigen Praxis-Anwesenheitszeit pro Woche noch die Zeiten, die Sie wöchentlich mit praxisbezogenen Tätigkeiten außerhalb der Praxis verbringen. Dann schätzen Sie den zeitlichen Aufwand für nur gelegentlich anfallende Tätigkeiten auf das Jahr hochgerechnet ab, dividieren Sie diese Zeit durch 43 Arbeitswochen und zählen Sie diesen Betrag zur regelmäßigen Wochenarbeitszeit dazu.

So kommen Sie auf eine realitätsgerechte Abschätzung Ihrer Wochenarbeitszeit.

Wenn Sie es genauer abschätzen wollen, dann steht Ihnen im Anhang der Arbeitszeitrechner des bvvp zur Verfügung. Hier finden Sie in der ersten Spalte eine Modellpraxis, die Ihnen bei der Einschätzung Ihrer Arbeitszeiten als Orientierung dienen kann. Das ZiPP unterscheidet bei der Auswertung nicht zwischen halben und ganzen Sitzen.

Gerne können Sie sich mit Anregungen zum Fragebogen oder bei Unklarheiten beim Ausfüllen des Fragebogens auch an die Bundesgeschäftsstelle des bvvp wenden, die Sie dann an die Verantwortlichen im Bundesvorstand weitervermittelt:

oder telefonisch Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr.

Bitte beachten Sie: Eine freiwillige Teilnahme an der Erhebung ist inzwischen nicht mehr möglich!

Falls Sie sich unsicher sind, ob eine Teilnahme sinnvoll ist, weil sie nur in geringem Umfang in Ihrer Praxis arbeiten oder Ihre Praxiskosten sehr gering sind, dann setzen Sie sich bitte unbedingt mit dem Bundesvorstand in Verbindung!

Mit freundlichen Grüßen,

für den bvvp Bundesvorstand

Tilo Silwedel

Korrekturen und Ergänzungen unserer FAQ’s vom 08.03.2017 zu den neuen Richtlinien

Im internen Bereich finden Sie die uns vom Bundesversand übermittelten Korrekturen und Ergänzungen unserer FAQ’s vom 08.03.2017 zu den neuen Richtlinien nach dem aktuellen Beschluss.

Die überarbeitete vollständige Liste mit Antworten zu Ihren Fragen zur Richtlinie finden Sie auch im Folgenden.

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G-BA hat Befugniserweiterung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beschlossen

PP und KJP sollten gemäß Versorgungsstärkungsgesetz in Zukunft Leistungen der Soziotherapie, psychotherapeutischen Rehabilitation, Krankenhausbehandlung sowie Krankentransporte verordnen können. Nun hat der G-BA diese Vorgaben umgesetzt und die entsprechenden Richtlinien angepasst.

Die Richtlinien liegen nun dem BMG als Rechtsaufsicht zur Prüfung vor. Voraussichtlich treten sie zum 3. Quartal 2017 in Kraft.

Für genauere Infos: http://www.kbv.de/html/1150_27652.php

Quelle: Presseerklärung des bvvp Bundesvorstandes, 19.03.2017

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Verbindliche Personalanforderungen in psychiatrischen Kliniken

Psychisch kranke Menschen in psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäusern und Abteilungen sollen zukünftig an Leitlinien orientiert versorgt werden. Dafür wird der Gemeinsame Bundesausschuss beauftragt, bis zum 30. September 2019 verbindliche Personalvorgaben für eine leitlinienorientierte Versorgung in den Einrichtungen zu beschließen. Außerdem müssen die Kliniken ab dem 1. Januar 2017 gegenüber den Kostenträgern nachweisen, ob sie die Gelder, die sie für Personal verhandelt haben, auch vollständig für diesen Zweck verwendet haben. Dies hat der Bundestag am 10. November 2016 in 2./3. Lesung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung psychiatrischer und psychosomatischer Leistungen (PsychVVG, BT-Drs. 18/9528) beschlossen.
„Damit erhalten wir endlich mehr Transparenz darüber, mit welchem Personal Patienten in psychiatrischen Kliniken behandelt werden“, stellt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. Eine Studie der BPtK zu den Qualitätsberichten der Krankenhäuser hatte ergeben, dass ein Viertel der Einrichtungen der Erwachsenenpsychiatrie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht über ausreichend ärztliches und psychotherapeutisches Personal verfügen, um die Vorgaben der Psych-PV zu erfüllen.

Quellen: Gesetzentwurf der Bundesregierung (BT-Drs. 18/9528)
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (BT-Drs. 18/10289[neu])

BPtK fordert Einstieg in morbiditätsorientierte Bedarfsplanung

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert, künftig in der Bedarfsplanung psychotherapeutischer Praxen zu berücksichtigen, ob in einer Region mehr oder weniger Menschen psychisch erkranken. Darüber berichtete das Ärzteblatt in November 2016. „Ein Einstieg in eine solche morbiditätsorientierte Bedarfsplanung ist machbar“, erklärte BPtK-Präsident Dietrich Munz anlässlich des IGES/Jacobi-Gutachten, das am 17. November 2016 veröffentlicht wurde.
Das Berliner IGES-Institut hatte demnach zusammen mit Frank Jacobi, Professor an der Psychologischen Hochschule Berlin, ein neues Konzept zur bedarfsgerechten Planung von psychotherapeutischen Praxen entwickelt. Die BPtK und die Bertelsmann Stiftung hatten das Gutachten in Auftrag gegeben. Auch der Gesetzgeber hält eine Reform der bisherigen Bedarfsplanung für notwendig. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz wurde der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) damit beauftragt, bis zum 1. Januar 2017 eine „bedarfsgerechte Versorgung“, insbesondere für die Psychotherapeuten, zu entwickeln und dabei die Sozial- und Morbiditätsstruktur zu berücksichtigen.

Mehr lesen Sie hier: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71503

BMG: Eckpunktepapier zur Novellierung der PsychotherapeutInnenausbildung vorgelegt

In dem im November vorgelegten Papier heißt es, eine Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG), das die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten regelt, sei dringend erforderlich. Der Reformbedarf ergebe sich insbesondere auf Grund der durch den Bologna-Prozess veränderten Studienstrukturen (Bachelor- und Master), die sich auf die gesetzlich geregelten Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung auswirkten. Zudem mangele es aufgrund der veränderten Studieninhalte in den erstqualifizierenden Studiengängen mittlerweile an der Abstimmung mit der sich anschließenden Psychotherapeutenausbildung, die noch auf die Studienstrukturen und Studieninhalte von 1999 abstelle.
Die Psychotherapie habe sich zudem sowohl in Bezug auf die Patientenbehandlung wie auf die wissenschaftlichen Entwicklungen seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) in hohem Maße weiter entwickelt und verändert. Um für die Versorgung der Patienten nachhaltig eine hoch qualifizierte psychotherapeutische Behandlung zur Verfügung zu stellen, sei es daher wichtig, diese Entwicklungen in einer modernisierten Ausbildung zum Beruf des aus der Psychologie kommenden Psychotherapeuten aufzugreifen.

Das vollständige Eckpunktepapier finden Sie hier:
https://piapolitik.de/wp-content/uploads/2016/11/2016-10-23_BMG_PsychThG_EckpunkteDirektausbildung.pdf

Aus dem Gericht

Praxisumzug in überversorgtes Gebiet abgelehnt: Sozialrichter lehnen Antrag einer Berliner Psychotherapeutin ab

In großen Städten zugelassene Ärzte und Psychotherapeuten können ihren Praxissitz grundsätzlich nicht von einem schlechter versorgten hin zu einem besser versorgten Ortsteil verlegen.
Nach dem Willen des Gesetzgebers ist die Genehmigung für eine Praxissitzverlegung in einem Planungsbereich vom Versorgungsgrad der Versicherten im jeweiligen Stadtteil abhängig zu machen, das urteilte das Bundessozialgericht (BSG) im August in Kassel.

Quelle: www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/bedarfsplanung/article/916855/umzug-abgelehnt-sitzverlegung-kv-letzte-wort.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20160804-_-Bedarfsplanung

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Nach der Aktualisierung der kombinierten S3-Leitlinie/Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression ist jetzt auch die dazugehörige Patientenleitlinie vom ÄZQ, dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin, überarbeitet und erweitert worden. Die Patientenversion der Leitlinie übersetze die aktuellen Empfehlungen der Expertengruppe in eine allgemeinverständliche Sprache und biete Menschen mit Depressionen und deren Angehörigen wichtige Informationen zum Umgang mit der Krankheit, informiert der KBV in seinem Januar-Newsletter. Zu den Neuerungen der Patientenleitlinie gehöre beispielsweise ein Kapitel über leicht zugängliche Behandlungsangebote.
Auf der Grundlage der ausführlichen Patientenleitlinie wurde zusätzlich eine Kurzinformation für Patienten in Form eines zweiseitigen Blatts erarbeitet mit Informationen zu Depressionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Zudem liegen zwei weitere Informationsblätter zum Thema Depression jetzt auf dem neuesten Stand vor.
Die Patientenleitlinie und weitere Materialien stehen im Internet auf der Seite der KBV für jeden kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Quelle: http://www.kbv.de/html/6625_26165.php

ZIBB-Panel zeigt: Psychotherapeuten sind Schlusslicht beim Praxisgewinn

Die Kluft zwischen somatisch tätigen Ärzten und Psychotherapeuten beim Praxisgewinn wird immer größer, kritisiert die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV).

Die Vertrags-Psychotherapeuten erzielten demnach mit im Schnitt 79.400 Euro nur etwas mehr als die Hälfte des Jahresüberschusses, den das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in seinem aktuellen PraxisPanel (kurz ZiPP) im Schnitt für alle Fachgruppen für das Jahr 2013 errechnet hat (145.400 Euro).

Während bei den Daten, die die Jahre 2010 bis 2013 umfassen, im Schnitt alle Fachgruppen ihren Überschuss pro Jahr um 1,5 Prozent steigern konnten, mussten die Psychotherapeuten einen Rückgang des Praxisgewinns von jährlich 1,7 Prozent hinnehmen.

Quelle und weiter: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/aerztliche_verguetung/article/909323/psychotherapeuten-schlusslicht-praxisgewinn.html, 18.04.16

Der vollständige Jahresbericht 2014 des Zi-Praxis-Panels - also die fünfte Analyse zur wirtschaftlichen Situation niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten ist auch online abrufbar.Die Daten von fast 5.000 Praxen für den Zeitraum 2010 bis 2013 wurden 2014 erhoben. Die nächste Befragung startete bereits im Frühjahr dieses Jahres.

Quelle: http://www.kbv.de/html/1150_21881.php

Stellungnahme des bvvp zur Preisgestaltung beim Praxisverkauf

In einer Stellungnahme, die vom Portal www.facharzt.de aufgegriffen wurde, machte der Bundesverband deutlich, dass er grundsätzlich alle Bemühungen und Möglichkeiten unterstütze, die vorhandenen Praxissitze auch in nominell überversorgten Gebieten zu erhalten. Jede Praxis, die nicht weitergegeben werde, würde sonst in diesen auf dem Papier überversorgten Gebieten ersatzlos wegfallen. Die Preisgestaltung beim Verkauf eines ganzen oder halben psychotherapeutischen Kassensitzes sei jedoch der Moment, in dem es zu den größten Interessenskonflikten kommen könne zwischen Kolleginnen und Kollegen, die dem Ende ihrer Berufstätigkeit entgegen gingen, und denen, die gerade mit der eigenen Kassenpraxis beginnen wollten. In den letzten Jahren sei ein massiver Anstieg von Preisen für halbe und ganze Kassensitze zu verzeichnen, obwohl inzwischen Praxisbewertungsmodelle vorlägen, die eine für alle Beteiligten faire Gestaltung des Kaufpreises nahelegten. Ein Kassensitz könne in nominell überversorgten Gebieten überhaupt nur deshalb weitergeben werden, weil es den grundgesetzlich verbrieften Schutz des Eigentums gebe, hier den zu schützenden Wert der Praxis, der im Verkaufspreis abgebildet werde. Dazu gehöre nach BSG-Urteil vom 14.12.2011 (B 6 KA 39/10) auch der immaterielle Wert der Praxis. Alle gängigen Bewertungsmodelle* bezifferten diesen Wert jedoch recht überschaubar. So müsse nach einem modifizierten Ertragswertmodell, das den nachhaltig erzielbaren künftigen Ertrag berechne, vom Überschuss einer Praxis nicht nur ein dem Arbeitsumfang entsprechendes Gehalt incl. Arbeitgeberanteil abgezogen werden, sondern außerdem in vielen Modellen die Ertragssteuer, die an die Einkommenssteuer angelehnt sei. Preise, die diese seriöse Wertermittlung erheblich überstiegen und somit den Druck der jungen Kolleginnen und Kollegen ausnutzten, ließen sich weder mit dem Argument der mangelnden Altersvorsorge des Abgebers, noch mit einer großer Nachfrage an einem begehrten Standort rechtfertigen. Zu bedenken sei allerdings, dass der Kaufpreis bei Abgabe der ersten Praxishälfte voll versteuert werden müsse. In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass sich bei der Auswahl eines Nachfolgers im Zulassungsausschuss die Höhe des Preises, den der Kandidat zu zahlen bereit sei, nicht unter den Kriterien des SGB V finden lasse und somit im Zulassungsverfahren vor dem Zulassungsausschuss keine Rolle spielen dürfe. Beim Nachbesetzungsverfahren seien die wirtschaftlichen Interessen des ausscheidenden Vertragsarztes oder seiner Erben nur maximal in Höhe des Verkehrswerts der Praxis zu berücksichtigen. Diesen Preis müsse der Kandidat bereit sein zu bezahlen.

Quelle und weiter: www.facharzt.de, 9.06.2015: „Verband warnt vor unseriösen Preisen beim Praxiskauf“

Kassen verweigern immer häufiger Kostenerstattung

Eine Untersuchung der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) hat ergeben, dass sich Krankenkassen zunehmend weigern, Versicherten, die psychisch erkrankt sind, die Kosten für eine ambulante Psychotherapie zu erstatten. Das gelte auch, wenn eine Dringlichkeitsbescheinigung des Hausarztes vorliege, so die Studie. Die Psychologen-Vereinigung wertete dafür Ablehnungsbescheide von Krankenkassen aus ganz Deutschland aus. Dabei sei es juristisch klar geregelt: Bekomme ein Patient, der an einer psychischen Erkrankung leide, nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums einen freien Therapieplatz bei einem niedergelassenen Vertragspsychotherapeuten, so dürfe er einen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung aufsuchen, das besage das Sozialgesetzbuch (SGB) V. In der Regel müsse seine Krankenkasse die Kosten für die Behandlung dann erstatten. (Mehr lesen Sie hier: http://www.verbaende.com/news.php/Bewilligung-Kostenerstattung-Kassenverweigern-Psychotherapie?m=102823)

In einer Stellungnahme des bvvp vom 27.01.2015 machte der bvvp darauf aufmerksam, dass er die Interessen aller Gruppen von Psychotherapeutinnen und -therapeuten vertritt, die in wissenschaftlich anerkannten Verfahren ausgebildet seien oder würden – also nicht nur die der niedergelassenen und angestellten Vertragsbehandler. Auch die Interessen derjenigen, die noch keine Vertragspsychotherapeuten sind, z.B. wenn sie sich noch in Ausbildung befinden oder wenn sie zwar approbiert, aber auf der Suche nach einem Kassensitz oder als selbständige PsychotherapeutInnen in der Kostenerstattung tätig sind, würden berücksichtigt und vertreten.

Die nicht unerhebliche Zahl von in der Kostenerstattung abgerechneten Therapien verstehe der bvvp als Ausdruck der Unterversorgung im Psychotherapiebereich und als Ausdruck einer mangelhaften Bedarfsplanung. Der Verband fordert demgemäß, die Krankenkassen müssten ihre Daten aus der Kostenerstattung offenlegen. Diese müssten bei der Bestimmung des Versorgungsbedarfs berücksichtigt werden – also auch bei der Frage nach der Notwendigkeit neuer Kassensitze. Den weitgehend ungeregelten finanziellen und rechtlichen Status der Kolleginnen und Kollegen, die im Erstattungsverfahren arbeiteten, betrachtet der bvvp als problematisch: Trotz der gesetzlichen Verankerung der Kostenerstattung und trotz formal korrekten Vorgehens bei der Beantragung könnten sich die Kolleginnen und Kollegen nicht sicher sein, dass die Krankenkassen die Kostenübernahme zusagten. − Gesundheitspolitisch weise das Kostenerstattungsverfahren in eine problematische Richtung, weil damit der Sicherstellungsauftrag der KV in Frage gestellt und die erkämpften Standards im KV-System ausgehöhlt werden könnten. Ziel des bvvp sei auch, eine Entwicklung zu verhindern, bei der neben den Vertragspsychotherapeuten immer mehr Psychotherapeuten entweder in der Kostenerstattung oder in Selektivverträgen arbeiteten oder aber in Spezialfunktionen wie der Arbeit mit traumatisierten Patienten oder anderen „besonderen Patientengruppen“. Eine solche Entwicklung könnte zur Zersplitterung der therapeutischen Kompetenzen und gegenseitigen Unterbietung bei der Honorierung führen.

Der bvvp hält die Tätigkeit als Vertragsbehandler für die angemessene Basis einer Praxisführung. Andererseits verdienen die Kolleginnen und Kollegen, die nach langer Ausbildung den Schritt in die Kostenerstattung wagen, nach Auffassung des bvvp Unterstützung und Anerkennung. Ziel bleibe es dennoch, sich für eine Übernahme in die kollektivvertragliche Versorgung einzusetzen, solange es Lücken in der Versorgung psychotherapeutischer Patienten gebe. Daher fordert der Verband alle in der Verantwortung Stehenden auf, sich für Erleichterungen in Kooperationsmodellen einzusetzen, bei der Reform der Bedarfsplanungsrichtlinien für eine ausreichende Versorgung mit Psychotherapie zu kämpfen und dadurch der Unterversorgung in diesem Bereich entgegen zu wirken.

Anmerkung der Redaktion: Der bvvp-Bundesverband hat im Dezember 2015 eine neue Broschüre zu Kooperationsformen heraus gebracht, die über die Bundesgeschäftsstelle bezogen werden kann. Mitglieder haben diese bereits kostenfrei erhalten.

Wie helfe ich meinem traumatisierten Kind?

BPtK Ratgeber für Flüchtlingseltern in drei Sprachen

Viele Flüchtlingskinder haben in ihrer Heimat Krieg und Gewalt oder auf der Flucht schreckliche Ohnmacht und Ausgeliefertsein erlebt. Sie leiden oft noch lange an ihren traumatischen Erlebnissen und verhalten sich anders als die Eltern sie kennen. Rund jedes fünfte Flüchtlingskind leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Eltern wissen nicht immer, wie sie ihren psychisch belasteten oder erkrankten Kindern helfen können. Deshalb hat die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) einen Ratgeber für Flüchtlingseltern veröffentlicht. Die BPtK informiert darüber, wie sich traumatisierte Kinder und Jugendliche je nach Alter verhalten können. Der Ratgeber zeigt an vielen konkreten Situationen, wie Eltern angemessen reagieren können. Er möchte den Eltern helfen, ihre Kinder besser zu verstehen. „Traumatisierte Kinder brauchen vor allem das Gefühl, sicher und aufgehoben zu sein“, erklärt BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz. „Eltern können ihren Kindern entscheidend dabei helfen, die schrecklichen Erlebnisse besser zu verarbeiten. Verhält sich ein Kind oder Jugendlicher jedoch dauerhaft anders, sollte professionelle Hilfe gesucht werden.“

Der Ratgeber liegt in Deutsch, Englisch und Arabisch vor. Er kann auf der Homepage der BPtK heruntergeladen werden: http://www.bptk.de/publikationen/bptk-infomaterial.html

Quelle: Pressemitteilung BPtK, Kay Funke-Kaiser, 08.04.16

Verfassungsrichter fordern mehr Schutz von Berufsgeheimnisträgern

Das Bundesverfassungsgericht hat am 20. April 2016 entschieden, dass die Befugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) zur Abwehr des internationalen Terrorismus teilweise verfassungswidrig sind und einen präziseren Schutz von Berufgeheimnisträgern gefordert (Az.: 1 BvR 966/09).

Gegen das Bundeskriminalamtgesetz (BKAG), das bereits 2008 verabschiedet worden war, hatte neben Journalisten, Rechtsanwälten, einem Arzt und Abgeordneten des Deutschen Bundestages auch der Psychotherapeut und ehemalige Präsident der Psychotherapeutenkammer Hessen, Jürgen Hardt, Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Quelle und weiter: http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/verfassungsr.html , 29.04.16

Die Verfassungsbeschwerden gegen die Ermittlungsbefugnisse des BKA zur Terrorismusbekämpfung waren dabei teilweise erfolgreich.

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat demnach entschieden, dass die derzeitige Ausgestaltung von Befugnissen in verschiedener Hinsicht dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz nicht genügt. Dieses Urteil ist relevant in Bezug auf die Unantastbarkeit psychotherapeutische Behandlungsbeziehung.

Quelle: Pressemitteilung Bundesverfassungsgericht, Nr. 19/2016, 20.0416, https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/bvg16-019.html

Das E-Health-Gesetz: Der Fahrplan

Das Bundeskabinett hat im vergangenen Mai das sogenannte E-Health-Gesetz verabschiedet, das Gesetz „für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, wie es korrekt heißt. Doch was sind die konkreten Folgen für Ärzte und Psychotherapeuten? Ein Fahrplan mit den wichtigsten Meilen- und Stolpersteinen auf der Webseite des Ärztenetzwerks coliquio soll für Klarheit darüber sorgen, was das Gesetz konkret regelt. Denn es enthält auch konkrete Fristen für Vernetzung und elektronische Anwendungen, sowie Anreize und Sanktionen, wenn Zeitpläne nicht eingehalten werden.

Quelle und weiter: www.coliquio.de/infocenter-9d71c0c0d8399af1c69b91687b7664c9?al_uk=c036012559bd0f31b7d35a270a9fbb2

Siehe auch in der Kategorie "Wichtige Fragen" unter "Wissenswertes": Was bringt uns das E-Health-Gesetz?

Studie in den USA belegt: Medizinische Infos auf dem Schwarzmarkt extrem wertvoll

Im vergangenen Jahr waren Hacker-Attacken erstmals der wichtigste Grund für Datenlecks im amerikanischen Gesundheitsbereich, besagt eine Studie des Ponemon Institutes. Derartige Angriffe hätten seit 2010 um 125 Prozent zugenommen und somit andere Gründe für Datenverluste wie die Schlampigkeit von Mitarbeitern überflügelt. Erschreckend sei zudem, dass im vergangenen Jahr 91 Prozent der befragten Organisationen im US-Gesundheitsbereich zumindest ein Datenleck zu beklagen hätten. Medizinische Daten seien dementsprechend nicht nur kritisch, sondern für Cyberkriminelle auch viel wert.

Quelle und weiter: http://www.facharzt.de/content/red.otx/187,157314,0.html , 09.05.15

Justiz: Gefahr des Zulassungsentzugs bei Verletzung der Fortbildungspflicht

Ärzte und Psychotherapeuten können ihre Zulassung verlieren, wenn sie ihre gesetzliche Fortbildungspflicht verletzen. Die persönlichen Lebensumstände ändern daran nichts, urteilte das Bundessozialgericht dieses Jahr. Darüber informierte jetzt die KV Berlin-Brandenburg.

Wenn die in Paragraf 95 d des SGB V geregelte Fortbildungspflicht für Vertragsärzte nicht erfüllt wird, darf ihnen demnach die Zulassung entzogen werden. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) am 11. Februar 2015 in einem Fall bestätigt, bei dem eine Vertragsärztin ihre Fortbildungspflicht trotz mehrfacher Erinnerung nicht erfüllte (AZ: B 6 KA 37/14 B).

Quelle: http://www.kbv.de/html/1150_15574.php

Justiz: Geheimnisverrat kann Psychotherapeuten teuer zu stehen kommen

Ein Recklinghäuser Psychotherapeut kam vor Gericht, weil ein Vater Strafanzeige gestellt hatte, der in einem Sorgerechts-Streit eine Verletzung der Schweigepflicht des Therapeuten ausgemacht hatte. Der Vorwurf: Geheimnisverrat.

Quelle und weiter: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/staedte/recklinghausen/RECKLINGHAUSEN~/Gericht-Geheimnis-Verrat-wird-teuer; Art1000,1518183 , 15.03.15

Stand Berufspolitik 2016

Aktuelle Informationen vom Berufspolitischen Forum der Brandenburgischen Psychotherapeuten in Potsdam

Am 12. Mai hat zum achten Mal in Folge das Berufspolitische Forum (Vollversammlung der Brandenburger Psychotherapeuten) in den Räumen der KVBB in Potsdam stattgefunden, das Treffen der wichtigsten Psychotherapeutischen Berufsverbände (bvvp, DPtV und DGPT) in Brandenburg. Ziel der Veranstaltung war auch diesmal, allen in der Region tätigen Psychotherapeuten die Möglichkeit zu geben, sich über den Stand der berufspolitischen Entwicklungen aus erster Hand – von berufspolitischen Aktiven in der KBV-Vertreterversammlung und KVBB-Vertretern – in Kenntnis setzen zu lassen. Eine Besonderheit der diesjährigen Veranstaltung lag darin, dass das schlagkräftige Team in den Honorarverhandlungen der letzten Jahre, Jürgen Döbert vom bvvp-Bundesvorstand und Dieter Best, stellvertretender Vorsitzender des DPtV, die Anwesenden zum letzten Mal hatten informieren können, denn beide scheiden zum Ende des Jahres aus ihren Funktionen in der KBV-Vertreterversammlung aus.

Zu Beginn rief Hartmut Uhl, DPtV-Vorsitzender in Brandenburg und als solcher Mitveranstalter, die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf, sich für die in diesem Jahr stattfindende Wahl der KVBB-Vertreterversammlung aufstellen zu lassen. 3 Plätze für Vertreter und 3 für ihre Stellvertreter seien zu vergeben. Bislang seien 5 Kandidaten gefunden worden. Interessenten hätten noch ca. bis Mitte Juni Zeit, sich bei ihm zu melden, weil dann die Kandidatenliste eingereicht werden müsse. Ärztliche Psychotherapeuten könnten sich nicht bewerben, sie rückten über eine eigene Liste, die Facharztliste, ein.

Zunächst referierte Dieter Best (DPTV) über wichtige Veränderungen, zum einen über die Erweiterung der sozialrechtlichen Befugnisse für Psychotherapeuten, zum anderen über den Stand der Verhandlungen über die Reform der Psychotherapierichtlinie, die noch in diesem Jahr große Veränderungen bringen kann.

Im Versorgungsstärkegesetz wurden im vergangenen Jahr Befugniserweiterungen für nicht-ärztliche Psychotherapeuten (PP/KJP) nach § 73 SGB V vorgenommen, wonach diese künftig neue Leistungen verordnen dürfen. Das Nähere hierzu sollte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in den entsprechenden Richtlinien bestimmen, die nun in diesem Sommer verabschiedet würden. Dieter Best erläuterte die bevorstehenden Veränderungen:

- nicht nur Leistungen wie standardisierte Tests könnten demnach künftig an Praxispersonal delegiert werden, sondern auch Entspannungsverfahren – in der Diskussion sei z.B. Autogenes Training oder Bio-Feedback.

- Die Verordnung von Medikamenten oder die Ausstellung von Arbeitsunfähig-keitsbescheinigungen sei nichtärztlichen Psychotherapeuten nach wie vor nicht gestattet, jedoch Krankenhauseinweisungen. Allerdings müssten unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeitsprüfung zuvor preisgünstigere Alternativen abgewogen werden.

- Eine Verordnung medizinischer Reha sei möglich – jedoch nicht über die Rentenkasse – nur über die Krankenkasse.

- Eine Soziotherapie, die Patienten Unterstützung bei Einkäufen oder Behördengängen ermögliche, dürfte in Zukunft zwar auch verordnet werden, entsprechende Angebote existierten aber in Brandenburg gar nicht.

- Das Ausstellen von Beförderungsscheinen für Krankentransporte werde möglich, jedoch werde das vermutlich nur die Taxibeförderung umfassen.

Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) aufgefordert, bis zum 30. Juni dieses Jahres in der Psychotherapie-Richtlinie Regelungen zur Flexibilisierung des Therapieangebotes zu treffen. Das Gesetz sieht eine Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten um die Einrichtung von psychotherapeutischen Sprechstunden vor wie eine Förderung der frühzeitigen diagnostischen Abklärung, der Akutversorgung, der Gruppentherapie und der Rezidivprophylaxe. Außerdem soll das Antrags- und Gutachterverfahren vereinfacht werden. Der Zugang zur Psychotherapie soll erleichtert und Hürden abgebaut werden. Soweit die Ziele. Der aktuelle Verhandlungsstand konnte aus naheliegenden Gründen nur im internen Kreis dargelegt werden. Doch zeigte sich in der Diskussion, dass besonders die geplante Einrichtung von psychotherapeutischen Sprechstunden verbunden mit mehreren Wochenstunden telefonischer Verfügbarkeit für viele Diskussionen sorgte. Gefordert wurde vor allem eine Bezahlung der Sprechstundenzeit, die der der genehmigungspflichtigen Sitzung entspricht.

Im Anschluss sprach als Referent Karl Voss vom Fachbereich Statistik/Honorar der KV Brandenburg. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Förderungswürdigen Leistungen (Gespräche/Probatorik/Gutachterberichte) auch 2016 förderungswürdig blieben. Er teilte zudem mit, dass bzgl. der zu erwartenden Nachvergütungen (nur für jene Psychotherapeuten, die Widerspruch eingelegt hätten!) vermutlich noch in diesem Jahr die Gesamtsumme von 2,17 Millionen Euro in Brandenburg ausgezahlt werden könne. Bereits mit der Honorarzahlung im Juli werde das Abrechnungsjahr 2012 nachvergütet. Die KVBB hätte modellhaft für das Jahr 2013 errechnet, mit welcher Summe Psychotherapeuten in Brandenburg in etwa werden rechnen können. Demnach lägen nach dieser Berechnung die meisten Auszahlungen zwischen 1000,- und 4000,- Euro, im Durchschnitt bei 2800,-Euro. Es gebe jedoch auch Spitzenreiter, die bei einer Nachzahlungssumme von über 10.000 Euro lägen.

Zudem berichtete er, wie sich die im September 2015 beschlossenen Strukturzuschläge, als Teil des Honorarbeschlusses, in Brandenburg auswirkten. So zeigte sich für das 3. Quartal 2015 beispielsweise, dass es nur wenigen PsychotherapeutInnen gelänge, über 10 % zu gelangen, was nun, nach der Deckelung auch gar nicht mehr möglich sei. Er verwies nochmal auf den Beschluss vom März dieses Jahres, wonach der Strukturzuschlag begrenzt wurde. Künftig könne damit der Zuschlagsfaktor nie über 0,5 steigen. Insgesamt würden etwa 50% der ansässigen Kollegen auf eine ausreichend hohe Stundenzahl kommen, um überhaupt Zuschläge zu erhalten.

Referent Jürgen Döbert, der für den bvvp-Bundesverband in der KBV-Vertreterversammlung sitzt, betonte ausdrücklich, man solle schon mal auf jeden Fall Widerspruch einlegen, wenn man einen Zuschlagsfaktor von unter 0,5 habe. Für die Berechnung könne man als Faustregel sagen, dass bei vollem Sitz ab der 19. Stunde genehmigungspflichtiger Leistungen, und, bei halbem Sitz, ab der 9. Stunde (gerechnet auf 10,5 Wochen Arbeitszeit im Quartal) Zuschläge gezahlt würden. Käme man in den Zuschlagsbereich, hätten diese gewisse Punktwerte, die rechnerisch auf jede Leistung verteilt würden – nicht erst auf die Leistungen ab Erreichen der Schwelle. Für die Zukunft gelte, dass die Zuschläge mit dem Orientierungspunktwert stiegen und extrabudgetär bezahlt würden.

Dr. Alder würdigte im Anschluss an die Veranstaltung die beiden, Ende des Jahres ausscheidenden Referenten Jürgen Döbert vom bvvp und Dieter Best vom DptV, und dankte beiden (gemeinsam mit Hartmut Uhl, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg der DPtV) mit einem Präsent für ihr Engagement und die langjährige Bereitschaft, ihre umfangreichen Fachkenntnisse in verständlicher Form mit den Brandenburgischen Psychotherapeuten zu teilen.